Erfahrungsbericht Annika

 

Die Erinnerungen kann einem niemand mehr nehmen

Mein Name ist Annika, ich bin 20 Jahre alt und habe gerade meinen elfmonatigen Bundesfreiwilligendienst in einem Seniorenheim in Brandenburg/Havel beendet. Nach meinem Abitur war für mich klar, dass ich studieren will – nur welche Fachrichtung wusste ich noch nicht genau. Um herauszufinden, ob mir die Arbeit im sozialen Bereich liegt, entschied ich mich also dazu, einen BFD in einem Seniorenheim zu beginnen.

In meiner Einsatzstelle erledigte ich viele unterschiedliche Aufgaben, die hauptsächlich darauf ausgerichtet waren, dass ich die Heimbewohner bei der Pflege unterstützte und Aufgaben aus dem Betreuungsbereich übernahm. Innerhalb dieser Aufgaben gab es mehrere Momente, in denen mir bewusst wurde, wie wichtig meine Arbeit für die Bewohner war, denn sie haben mir viel Gutes zurückgegeben – oftmals in Form von Dankbarkeit. Manchmal war es aber auch nur ein Lächeln eines bettlägerigen Bewohners, das mich bestärkte, dass ich die Zeit, die ich anfangs nur überbrücken wollte, gut und sinnvoll genutzt habe. Ich erinnere mich immer wieder gern an eine Situation, in der es mir nicht gut ging und eine Bewohnerin zu mir sagte, dass ich jederzeit zu ihr kommen und mit ihr reden kann, wenn ich das möchte.

Zusätzlich zu meiner Arbeit in der Einsatzstelle war es Pflicht, an insgesamt fünf Seminarwochen teilzunehmen, die über die gesamte Zeit des Dienstes verteilt waren. Auch wenn ich zuerst verunsichert war, weil ich niemanden aus meiner Seminargruppe im Voraus kannte, wurden mir meine Ängste bereits beim ersten Seminar genommen. Zusammen mit etwa 30 anderen Freiwilligen und drei Teamern hatte jeder von uns die Möglichkeit, positive und auch negative Erfahrungen, die während der Arbeit gesammelt wurden, zu teilen und Probleme anzusprechen. Mir hat diese Möglichkeit sehr geholfen, mit schwierigen Situationen in meiner Einsatzstelle leichter umzugehen. In jeder Seminarwoche wurde ein anderes Thema besprochen. So ging es in einer Woche um das Thema "Berufsorientierung" und in einer anderen Woche um eine Projektarbeit. Wir hatten bei der Planung des jeweils nächsten Seminars jederzeit Mitspracherecht und konnten Vorschläge einbringen, die dann auch berücksichtigt wurden, so dass auch der Spaß nicht zu kurz kam.

Jetzt im Nachhinein kann ich sagen, dass ich es keinesfalls bereue, den BFD durchgeführt zu haben. Ich konnte viele unterschiedliche Erfahrungen sammeln und vieles lernen. Während meiner Arbeit bin ich selbstsicherer und selbstständiger geworden und habe gelernt, mich und meine Arbeit alleine zu organisieren. Zudem wurde meine Teamfähigkeit gefördert, da ich stets mit anderen Kollegen zusammen arbeitete und darauf angewiesen war, manche Aufgaben im Team zu lösen.

Ich würde also jedem, der darüber nachdenkt, seine Zeit sinnvoll zu nutzen und einen Freiwilligendienst zu absolvieren, dazu raten, denn die Erfahrungen, die man dabei sammeln wird, sowie die Erinnerungen an schöne und bewegende Momente kann einem danach niemand mehr nehmen.

Nun möchte ich mich noch bei den Teamern von IN VIA für ihre Arbeit bedanken und für ihre Unterstützung, auf die wir uns – auch abseits der Seminarwochen – immer verlassen konnten.

Annika, 20 Jahre